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DIE ERSTEN ZWEI FLUSS-DELFINE GESICHTET

Am Montag erste Erkundungsfahrt auf dem Karnali

Am Montag den 21.12.2009 startete die erste Erkundungsfahrt mit dem Schlauchkanadier auf dem Karnali. Am Seitenarm der Elefantenstation wurde eingebootet und erst dieser Seitenarm erkundet. Dieser läßt aber keine Wanderungen von Delfinen ausserhalb des Monsuns zu, da er an einigen Verbindungsstellen einfach zu seicht ist.

An der Potonenbrücke nach der Indischen Grenze konnten wir dann für 40 Minuten zwei Delfine beobachten. Ich unterhalb der Brücke und Rike zeitgleich einen oberhalb der Brücke.

Etliche Gespräche mit den lokalen Guides welche sich regelmässig am Karnali und im Nationalpark befinden, gibt Anlass zur Hoffnung, dass noch einige gefunden werden können. Alle die wir schon öfters an diesem Problem gearbeitet haben sind uns einig, dass sich der Bestand auf höchstens ein Dutzend Delfine kann.

Entgegen der Nationalparkverwaltung und deren Beobachter (die sich selbst nie an den Karnali oder in den Nationalpark begeben und sich ihre positiven Schätzungen lediglich aufgrund von Erzählungen die sie sich einholen zusammenreimen).

Das mitgebrachte Boot wird von allen sehr begrüßt, denn es verschafft Unabhängigkeit und kann, wie wir gestern bewiesen haben, leicht auf dem Motorrad transportiert werden.

Hukum holte uns am Nachmittag dann am Zufluss zum Karnali ab, da er diesen mit dem Motorrad nicht furten konnte. Das hieß für uns, erst wieder ein Stück Fluss aufwärts zu paddeln und wo die Strömung dann zu stark wurde, es mit dem Seil vom Wurfsack zu treideln (Anm.: ziehen).

Rike wurde mit der Fotoausrüstung und den Schwimmwesten zuerst zurück zum Jungle Base Camp gebracht und ich konnte bis zu Hukums Rückkehr Boot und Ausrüstung vom Schlamm reinigen (vom Rücktransport an den Abholpunkt).

Am Abholpunkt kamen Hukum und mir dann wieder Erinnerungen von der Expedition 2002 auf, denn an diese Furt war damals vermint und kurz vor uns flog mitten im Flusslauf ein Jeep mit Polizisten in die Luft, weil dieser auf eine der Minen aufgefahren war. Alle Polizisten starben bei diesem Vorfall.

Sofern die Strassen morgen wieder frei gegeben werden, geht es morgen Flussaufwärts zum einbooten um den oberen Abschnitt zu erkunden.

Heutiges Programm ist sichern der Daten, Sichtung und Auswertung der Bilder***, Betreuungsarbeit für Hukum und Planung der nächsten Aktivitäten am Fluss.

*** Das Fotografieren der Delfine ist sehr schwierig. Vom Auftauchen des Delfins bis zum Abtauchen bleiben gute 2 Sekunden. Der Autofokus schafft das Nachregeln auf der Wasseroberfläche nicht schnell genug, daher muss manuell gearbeitet werden.

Sofern wir Glück haben, schaffen es heute auch die ersten beiden Tourbookeinträge online zu gehen.

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