Das letzte Update aus Bardia war wieder mal nicht möglich wegen des ständig ausfallenden Stroms, aber jetzt endlich in Pokhara kommen auch die ersten Bilder auf den Blog.
Am 28.12.09 begann der Tag bereits um 05.30, denn es stand eine weitere Befahrung auf dem Karnali an und diesmal von der Chisapanibrücke. Zum Ausgangspunkt ging es dann mit dem lokalen Bus. Der Start musste dann wegen der starken Fallwinde auf 10.00 verschoben werden und selbst da, war es noch nicht ganz ungefährlich. Wir waren zu dritt in dem 2-Mann Raft unterwegs. Rike auf dem Sitz am Bug, Hukum auf einem wasserdichten Packsack zum Beobachten in der Mitte und ich auf dem Steuersitz.
Ziel diesmal die äußeren Seitenarme am östlichen Ufer zu erkunden, ob sich in diesen Delfine aufhalten können. Das Nationalparkmanagement hatte mir ja mal versichert, dass sich vor allem dort Delfine aufhalten, weil sie dort weitgehend ungestört wären. Diese Aussage tat ich aber zu Recht als Humbug ab und jetzt ist es leider Gewissheit: Dort können sich gar keine Delfine aufhalten, weil sich diese Seitenarme an manchen Stellen so weit verzweigen, dass das Wasser dort so seicht wird, dass man sogar mit einem kleinen Zweimannraft auf Grund läuft.
Diese Gewissheit macht aber weitere Bestandssichtungen leichte, da man wieder einen Bereich des Karnali ausklammern kann.
Für Hukum war es aber gute Gelegenheit, sich in Teilen vom Nationalpark umzusehen, die er bislang nicht erreichen konnte.
Bei der Mittagsrast wurde dann an einem guten Aussichtspunkt Halt gemacht, von dem wir dann ein Stück in den Dschungel gelaufen sind um mittunter mit Glück einen Blick auf einen Tiger zu erhaschen. Leider konnten wir nur frische Spuren im lehmigen Sand an einem Rinnsal von Bach finden. Die Abdrücke der Pfotenabdrücke waren noch feucht, während die Oberfläche des Bodens dort schon ausgetrocknet war.
Dann erkundeten wir noch die beste Stelle im Dschungen, von wo aus Hukum in Zukunft am besten einbooten kann. Diese liegt an einem breiten Zusammenfluß mit dem Hauptstrom des Karnalis, an dem auch öfters – auch schon von mir – die Delfine bobachtet werden konnten.
In den zwei Wochen am Karnali konnten damit also die Vorbereitungen für die zukünftige Wildlife- & Dolphinwatchingtour für Hukum abgeschlossen werden.
Diese Tour schaut wie folgt aus: In der Morgendämmerung beginnt der Schungelwalk im Nationalpar, bei dem die Chancen sehr gut sind, unter anderem wilde Elefanten, Nashörner, Hirsche und Antilopen, Krokodile, unzählige Vögel und mit Glück einen Tiger zu erblicken. Zur gleichen Zeit trägt ein Guide von Hukum die Bootsausrüstung zum Einbotpunkt und bereitet dieses vor. An diesem ist dann noch ausreichend Zeit, den großen Pool im Fluss zu Beobachten und dort auch Delfine zu sehen. Dann geht es per Boot durch den Dschungel zurück zur Elefantenstation am südlichen Dorfende, welche auch das Ende des Nationalparks bedeutet.
Die reine Delfinwatchingtour führt aom nördlichen Ende des Terrais auf dem Karnali bis hinunter zur indischen Grenze.
Die Tour am 26.12. fiel leider einem weiteren Streik zum Opfer. Wie schon früher geschrieben, die Streiks in Nepal dürften eigentlich nicht als solche bezeichnet werden, sondern müssten „Strassenblockaden“ heißen. Am 28.12. war es wie wir am folgenden Tag dann feststellten dann auch besser, dass wir im Basecamp geblieben sind um mit Hukum Schulungsprogramm zu betreiben. Ein Geländewagen hielt sich im Ort an diesem Tag nicht an die Blockade. Fahrer und Belegschaft wurden aus dem Geländewagen gezerrt, dieser mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt. Selbiges Schicksal ereilte weiter östlich auch einen vollbesetzten lokalen Bus.
Am 29.12. war dann vorgesehen, mit dem Bus nach Pokhara zu fahren – aber an diesem Tag schon wieder Strassenblockade.
Am 30.12.2009 konnten wir dann endlich um 16.00 starten und eine 18 stündige Bus begann. Morgens um 04.30 mussten wir dann ein einen lokalen Bus umsteigen und in diesem habe ich mich dann kräftig erkältet. Der Bus hatte eine Airkondition Nepali Style. Eine Schiebefenster hatte nur mehr eine Scheibe.
Wir haben Hukums ganze Familie mit nach Pokhara genommen, denn dies ist eine gute Gelegenheit ihnen zu zeigen, wie es in anderen Teilen von Nepal aussieht und vor allem, wie Tourismus an anderen Orten betrieben wird.
Mit Hukum betreiben wir jetzt Vollzeitprogramm. Tagsüber von Büro zur Büro um das Dolphinwatchingprogramm zu promoten und aufzuzeigen, das der Tourismus auch die letzte Überlebenschance für Nepals letzte Delfine bedeutet und Abends bekommt Hukum von Rike und mir Unterricht im Umgang mit PC und Emails. Gestern auch noch Sichtung des Bildmaterials zur Erstellung von Unterlagen für Hukums Programm und nochmal intensives Besprechen wie er bei den hiesigen Touranbietern vorstellig wird.
Als wir gestern knapp vor 23.00 fertig wurden, war Hukums Erschöpfung ihm deutlich anzumerken, aber diese Zeit hier in Pokhara muss eben intensiv genutzt werden. In Bardia wird dann für ihn wieder jegliche Kommunikation zum Glückspiel.
Vor seiner Rückkehr dorthin wird er noch einen Abstecher nach Kathmandu unternehmen, wo ich für ihn einen sehr wichtigen Kontakt herstellen konnte.
Weitere Berichte folgen.

























