GLOBALANCE

postings directly from the expeditions

Der Countdown läuft…

Mittwoch 1. Juni 2011 von admin

Der Countdown läuft. Am 7. startet die nächste Globalance/Whalewatchingfuture Aktion. 2.500 Infokarten werden direkt im Rahmen von persönlichen Kontakten verteilt und so wieder aktiv Öffentlichkeitsarbeit betrieben.

Diese Gespräche finden in Häfen und draussen in der Natur statt. Wer sich in der Natur bewegt, ist auch offen für deren Schutz.

Berichterstattung und Bilder folgen!

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Alarmierende Nachrichten von der Nepal Riverdolhinexpedition IV

Dienstag 14. Dezember 2010 von admin

Bericht Karnali Riverdolphin Expedition IV – November 2010

Seit beinahe einem Jahr versieht ein Raftboot,aus dem Bregenzerwald seinen Dienst in Nepal. Bernhard Bechter hat im Rahmen seiner dritten Flussdelfinexpedition am Karnali Fluss im Westen Nepals, eine komplette Bootsausrüstung von High5 nach Nepal gebracht und den dortigen Dschungelguides gespendet um zu helfen, dass die letzten Delfine Nepals eine kleine Überlebenschance mehr haben.

m November 2010 war Bechter erneut in Nepal um die Karnali Riverdolphin Expedition IV durchzuführen, die Ergebnisse sind jedoch erschreckend und alarmierend. Aufgrund des Wasserstands hatten die Delfine keine Chance, sich im Nepalesischen Teil des Flusses aufzuhalten. Sie haben nur noch eine geringe Überlebenschance in einem Bereich von etwa 20 Kilometer im obersten Indischen Teil des Flusses, bevor ein Damm das ganze Ökosystem trennt.

Delfine in Nepal?

Auch wenn diese Information immer wieder für Verwunderung sorgt. Selbst Regierungsdelegationen hielten diese Information bei der Internationalen Walfangkonferenz, welche dieses Jahr in Marokko stattfand, für einen Scherz. In Nepal gibt es tatsächlich noch einige wenige überlebende Flussdelfine. Deren Schutz hängt jedoch an einem sehr seidenen Faden. Die Nationalparkverwaltung und das für den Nationalpark verantwortliche Militär scheint den Schutz sehr fragwürdig umzusetzen. Von der Regierung sind in dieser Richtung vorerst keine Schritte zu erwarten, denn nach Jahren des Krieges und der Unruhen, hat diese zur Zeit andere Sorgen. Die einzige Hoffnung ist die Unterstützung der sehr armen lokalen Bevölkerung.

2 Wochen auf Fluss und Dschungelpatrouille

Nach einer 17 stündigen und holprigen Anreise im Bus von Kathmandu ind den Bardia Nationalpark, ging es nach einer freudigen Begrüßung vom GLOBALANCE Stammguide Hukum Shahi und seiner Familie sogleich an die Vorbereitungen der Fluss und Dschungelpatrouillen.

Zunächst war Bechter anonym unterwegs um sich ein Bild davon zu machen, inwieweit Wilderer und Fischwilderer sich ungehindert in den Nationalpark bewegen können. Dazu muss festgehalten werden, es hat sich einiges in den letzten Jahren zum guten gewendet, aber es ist noch immer ein leichtes, sich ungesehen für Wilderei in den Nationalpark zu begeben. Für diesen Zweck ist das 2-Mann Raft das ideale Fahrzeug, denn es kommt an Stellen im Nationalpark, welches den Militärs zu Fuss oder auf Elefanten nicht zugänglich ist und auch der Nationalparkverwaltung. Denn wenn diese sich – in sehr seltenen Fällen auf den Fluss begibt – verwenden sie ein großes Raftingboot, welches nur auf den Flussarmen mit entsprechendem Wasserstand einsetzbar ist..

Das größte Problem bei der Befischung ist hier vor allem, dass es keine Schonzeiten gibt und dass die ansässige Bevölkerung versucht, selbst die kleinsten Fische zu erwischen, sprich die Bestände können gar nicht wachsen. Dies ist natürlich auch für die Delfine von größter Bedeutung, denn ihnen fehlt dadurch auch ausreichend Nahrung. Versuche den Leuten verständlich zu machen, dass es auch im Interesse ihrer eigenen Erträge ist, nach der Laichzeit eine Schonfrist auch ohne Gesetz einzuhalten, damit aus den kleinen Babyfische große Fische werden können, haben nicht gefruchtet. Eindeutiger Tenor: Mir ist lieber, heute ein paar kleine Fische zu fangen, als erst in ein paar Monaten deutlich mehr große Fische!

Auf sämtlichen Flussbefahrungen konnte Bechter beobachten, wie sich Leute von den Dörfern westlich des Flussufers – welches die Grenze zum Nationalpark bildet – sich in den Nationalpark begeben haben um illegal zu fischen. Teils waren die Seitenarme total mit Fischfallen versperrt. An diese Stellen kommen die Fischer mit ihren Booten und Bechter natürlich mit dem kleinen, flexiblen 2 Mann Raft. Sobald die Fischwilderer Bechter erblickten, ergriffen Sie in der Regel die Flucht. In der Regel rannten sie erst in den Dschungel und dann in einem grossen Bogen zu Ihrem Boot. Zum Teil waren es aber auch nur Kinder und Jugendliche, die sich in der Nähe der Dörfer in den Nationalpark begaben um zu fischen oder Pflanzen für den Verzehr zu sammeln.

Während der ersten Tage konnte kein Militär beobachtet werde, das den Nationalpark kontrolliert. Am Tag nach Bechter’s Gespräch mit der Nationalparkverwaltung und der Ankündigung, wieder auf den Fluss und in den Nationalpark zu gehen, jedoch gleich drei Fuss- und eine Elefantenpatrouillen. Und das zeigte auch Wirkung auf die Bevölkerung am Fluss: Erstmals konnte Bechter keine unbefugten Leute im Nationalpark am Karnali ausmachen. Es ist daher zu wünschen, dass die Patrouillen vom Militär intensiviert werden, wobei sich deren Arbeit im letzten Jahr deutlich verbessert hat.

Erschreckend wenig Wasser

10 Tage vor Bechter’s Ankunft wurde von einigen Dschungelguides das letzte mal Delfine am Fluss gesichtet. Nahe der Flussgabelung, an der der Karnali direkt der indischen Grenze weiter fließt und ein Flussarm zum Südende des Thakurdwara Village abbiegt. Es konnte jedoch jeden Tag beobachtet werden, wie Tag für Tag der Wasserspiegel zurück ging. Auch keiner der Guides konnte sich erinnern, je so wenig Wasser im Karnali gesehen zu haben. Zwei Faktoren tragen hier maßgeblich dazu bei: Der Karnali führt deutlich weniger Wasser, weil im westlichen Himalaya viel weniger Schnee als üblich gefallen ist und der letzte Monsun veränderte den Flusslauf im Terrai deutlich verändert. Kurz unterhalb der Chisapani Bridge( Kailali-Bardiya) an der sich der Karnali teilt, bekommt der westliche Arm (Kailali) deutlich mehr Wasser und das Wasser im verbleibenden Karnali verteilt sich in zahlreiche kleinere Arme. Die Pools im Fluss sind zwar tief und groß genug, um den Delfinen einen Lebensraum zu bieten, jedoch fehlen durchgehende Verbindungen, die tief genug sind. An vielen Stellen sind deutliche Verlandungen und jeden Kilometer den man sich flussabwärts begibt, ist weniger Wasser.

Aufgrund der Behauptung einiger Nepalesischen Nationalparkguides, die Delfine halten sich in Pools der Seitenarme des Flusses auf, aber es wäre unmöglich mit einem Raftingboot dorthin zu kommen, hat Bechter sämtliche Seitenarme mit dem kleinen 2-Mann Boot befahren und sämtliche Schlüsselstellen auf Bild festgehalten. Diese Bilder rüttelten dann auch die blauäugigsten Guides wach! Nach den Exkursionen durch sämtliche Seitenarme des Karnali war klar, wenn noch Delfine am Karnali in Nepal sind, können sie ausschließlich im Pool an der Indischen Grenze sein. 3 Tage Beobachtungen zeigten keinen Erfolg.

Überlebenschance in Indien?

Nachdem auch die Beobachtungen an der Grenze ohne Erfolg blieben, entschloss sich Bechter auf eigene Gefahr ohne Guide den Fluss bis noch etwa 5 km der Grenze abzusuchen und gleich kurz unterhalb der Grenze war klar, warum kein einziger Delfin in Nepal gesichtet werden konnte: An einer Stelle weitete sich der Fluss soweit aus, dass durch das seichte Wasser für Delfine kein passieren möglich ist. Zudem war deutlich zu erkennen, wie viel Wasser der Fluss auf den zirka oberen 20 Kilometer durch versickern ins Grundwasser und Verdunstung verloren hat.

Der momentane Lebensraum für die Delfine ist also auf etwa 20 Kilometer Flusslauf bis zum Damm beschränkt. Die Hoffnung liegt also darin, dann wenn der Wasserspiegel wieder steigt, die Delfine wieder zurück kommen.

Das Überleben der Delfine im indischen Teil des Karnali ist jedoch noch schwieriger als in Nepal, denn hier wird noch radikaler gefischt, als im nepalesischen Teil. Wenn ein Fischernetz über den gesamten Flusslauf gespannt wird, dann wird auch jeder Delfin, der sich dort verfängt, qualvoll verenden.

Ein weiterer Hoffnungsschimmer ist auch der nächste kommende Monsun, denn das ist die einzige Zeit des Jahres, an dem Delfine von unterhalb des Dammes in den Oberlauf schwimmen können.

Es wird auch vermutet, dass die Geburtsstätte der Delfine sich in einem Flussarm befindet, der nur zur Monsunzeit geflutet ist und sich noch weiter im Westen befindet. Dies zu erkunden wird der nächste Schritt des Projektes sein!

Freudige Gesichter gab es aber nach Bechter’s Rückkehr über die Fotos der frischen Tigerspuren auch südlich der Grenze. Dem Tigerbestand geht es den Umständen entsprechend recht gut und den Spuren nach, gibt es auch Nachwuchs. Bedauerlich ist nur, dass vor kurzem ein Tiger einem Giftanschlag zum Opfer gefallen ist. Ein Tiger riss einen Wasserbüffel und als sich der Tiger verzog, übergoss der Bauer den Kadaver mit Gif. Als der Tiger seine Beute fressen wollte, verendete er noch an Ort und Stelle!

Das Ergebnis der Karnali Riverdolphin Expedition IV – 2010

Derzeit ist zu wenig Wasser im Karnali, dass sich Delfine dort aufhalten können. Sollten die Delfine  bei steigendem Wasserstand zurückkehren, bleiben nach wie vor die Probleme der Überfischung und der Nahrungsknappheit. Auch dass noch immer an einigen Orten mit Gift gefischt wird, ist Gefahr nicht nur für die Tierwelt, sondern auch für die Menschen am Fluss.

Hoffnungsschimmer geben zwei weitere Sichtungen von jeweils 2 Flussdelfinen in anderen Fluss-Systemen in Nepal, an denen die Delfine bereits als ausgestorben galten. Jedoch fehlt für diese Sichtungen ein eindeutiger Beweis.

Wichtige Maßnahmen von Nepal müssen verstärkte Kontrollen im Nationalpark sein und vor allem, dass der Karnali inden Nationalpark eingegliedert wird. Die momentane Situation, dass der Karnali die Grenze bedeutet, aber nicht eindeutig in diesen integriert ist. Ostufer = Nationalpark, Westufer = ungeschützt!

Wenn der Nationalpark schon strikt für jede Befahrung des Flusses eine Nationalparkgebühr kassiert, dann soll sie den Fluss endlich auch unter definitiven Schutz stellen.

Positiv zu vermerken ist, dass die momentane Besetzung des Nationalparkmanagements deutlich positiver arbeite, als noch ein paar Jahre zuvor, als deren offensichtlich einziges Interesse im kassieren der Nationalparkgebühr  bestand, nicht jedoch an intensiver Schutzmaßnahmen.

Auch das Militär hat im vergangen Jahr viel bessere Arbeit geleistet, als in den Jahren davor. Leider wurde der diensthabende Kommandant bei Projektende ebenfalls an eine andere Dienststelle befördert und es bleibt zu hoffen, dass der neue Kommandant den neu eingeschlagenen Weg weiter beschreitet und ausweitet, damit die Tiger, Nashörner, wilde Elefanten und alle anderen Tiere ein Überleben für die Zukunft gesichert ist.

Hilfe zur Selbshilfe

Bechter’s Idee zum Schutz der Delfine und zur Unterstützung der Bevölkerung funktioniert sehr einfach und zeigt auch schon erste Erfolge. „Wenn die Bevölkerung erkennt, dass die Delfine lebend Ihnen ein zusätzliches Einkommen ermöglichen, ist es schon in deren eigenem Interesse, den Bestand der letzten Tiere zu erhalten!“, so der Bregenzerwälder.

Bechter’s letzter Aufenthalt wurde dazu verwendet, mit den Nepali ein ganzes Programm auszuarbeiten, bei dem die Guides nicht mehr auf die Anmietung von Geländewagen und Ausrüstung angewiesen sind. Nach intensiver Einschulung auf dem Boot wurden die einzelnen Routen erarbeitet. Krönung ist ein kombinierter ‘Junglewalk’, bei dem mit Glück neben wilden Elefanten, Nashörnern, Krokodilen, einer ganzen Schar verschiedenster Vogelarten auch die Begegnung mit einem Tiger möglich ist. Keine Sorge, der Tourguide beschützt seine Gäste mit einem soliden Bambusstock. Während dieser Wanderung bringt ein weiterer Guide zu Fuss die Bootsausrüstung an einen Seitenarm des Karnali Flusses. Dort angekommen, wartet nach einem Mittagessen die Bootsfahrt auf den Karnali, wo die Delfine mit Glück gesichtet werden können und dann geht es in der Abenddämmerung auf Seitenarmen des Flusses zurück ins Dorf.

Bereits seit 2002 betreut Bechter den Nepalesischen Dschungel Guide Hukum Shahi und seine Familie. Auch dieses Jahr ist sein Gepäck bis auf’s letzte Kilo mit Hilfsgütern bepackt. Neben einem Laptop (Damit die Guides auch via – extrem langsamen – Funkmodem Verbindung mit der Aussenwelt herstellen können) unter anderem auch Ausrüstung und fünf Kilogramm Infounterlagen in Visitenkartengrösse, damit die Nepali auch für ihr Projekt werben können und die Chance haben, diesen Besonderen Lebensraum mit Ihrer bedrohten Tierwelt Menschen aus anderen Teilen der Welt zu zeigen..

Auch wenn zur Zeit keine Delfine am Karnali in Nepal sind, ist die Bootsausrüstung sinnvoll eingesetzt.

Die Zeit von Bechter’s Aufenthalt wurde wieder eine intensive Schulungszeit für die nepalesischen Guides im Thakurdwara Village und die Motivation diesen besonderen Lebensraum zu erhalten wurde deutlich gestärkt.

Sobald die erste zuverlässige Meldung über eine Delfinsichtung  erfolgt ist, wird sie auf der Homepage gepostet werden! Es besteht noch ein Hoffnungsschimmer!

Bericht, Dezember 2010
www.globalance.info
www.whalewatchingfuture.info

Bernhard Bechter auf Facebook:
www.facebook.com/whalewatchingfuture

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first pictures from the KARNALI RIVERDOLPHIN EXPEDITION IV

Montag 29. November 2010 von admin

The expedition is finished, but it’s hard from here to update the homepage. The pictureupload was taking nearly 18 hours. So please wait for the report until Bernhard Bechter is back at the homebase in Austria. Here are the newest pictures from the project. And you will see the big problem at the Karnali River: lots of water is missing! The report of the expedition will come in a few days!

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Riverdolphin Expedition IV gestartet

Montag 8. November 2010 von admin

Bernhard Bechter ist auf dem Weg zur Riverdolphinexpedition Part IV und wird dann wieder berichten.

Zum Projekt Infos auf der Heimseite, siehe:

http://globalance.info/wordpressglobalance/?p=375

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DIE ERSTEN ZWEI FLUSS-DELFINE GESICHTET

Mittwoch 23. Dezember 2009 von admin

Am Montag erste Erkundungsfahrt auf dem Karnali

Am Montag den 21.12.2009 startete die erste Erkundungsfahrt mit dem Schlauchkanadier auf dem Karnali. Am Seitenarm der Elefantenstation wurde eingebootet und erst dieser Seitenarm erkundet. Dieser läßt aber keine Wanderungen von Delfinen ausserhalb des Monsuns zu, da er an einigen Verbindungsstellen einfach zu seicht ist.

An der Potonenbrücke nach der Indischen Grenze konnten wir dann für 40 Minuten zwei Delfine beobachten. Ich unterhalb der Brücke und Rike zeitgleich einen oberhalb der Brücke.

Etliche Gespräche mit den lokalen Guides welche sich regelmässig am Karnali und im Nationalpark befinden, gibt Anlass zur Hoffnung, dass noch einige gefunden werden können. Alle die wir schon öfters an diesem Problem gearbeitet haben sind uns einig, dass sich der Bestand auf höchstens ein Dutzend Delfine kann.

Entgegen der Nationalparkverwaltung und deren Beobachter (die sich selbst nie an den Karnali oder in den Nationalpark begeben und sich ihre positiven Schätzungen lediglich aufgrund von Erzählungen die sie sich einholen zusammenreimen).

Das mitgebrachte Boot wird von allen sehr begrüßt, denn es verschafft Unabhängigkeit und kann, wie wir gestern bewiesen haben, leicht auf dem Motorrad transportiert werden.

Hukum holte uns am Nachmittag dann am Zufluss zum Karnali ab, da er diesen mit dem Motorrad nicht furten konnte. Das hieß für uns, erst wieder ein Stück Fluss aufwärts zu paddeln und wo die Strömung dann zu stark wurde, es mit dem Seil vom Wurfsack zu treideln (Anm.: ziehen).

Rike wurde mit der Fotoausrüstung und den Schwimmwesten zuerst zurück zum Jungle Base Camp gebracht und ich konnte bis zu Hukums Rückkehr Boot und Ausrüstung vom Schlamm reinigen (vom Rücktransport an den Abholpunkt).

Am Abholpunkt kamen Hukum und mir dann wieder Erinnerungen von der Expedition 2002 auf, denn an diese Furt war damals vermint und kurz vor uns flog mitten im Flusslauf ein Jeep mit Polizisten in die Luft, weil dieser auf eine der Minen aufgefahren war. Alle Polizisten starben bei diesem Vorfall.

Sofern die Strassen morgen wieder frei gegeben werden, geht es morgen Flussaufwärts zum einbooten um den oberen Abschnitt zu erkunden.

Heutiges Programm ist sichern der Daten, Sichtung und Auswertung der Bilder***, Betreuungsarbeit für Hukum und Planung der nächsten Aktivitäten am Fluss.

*** Das Fotografieren der Delfine ist sehr schwierig. Vom Auftauchen des Delfins bis zum Abtauchen bleiben gute 2 Sekunden. Der Autofokus schafft das Nachregeln auf der Wasseroberfläche nicht schnell genug, daher muss manuell gearbeitet werden.

Sofern wir Glück haben, schaffen es heute auch die ersten beiden Tourbookeinträge online zu gehen.

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BARDIA NATIONALPARK ERREICHT!

Mittwoch 23. Dezember 2009 von admin

Endlich im Bardia Nationalpark angekommen. Nächste Woche beginnen die Delfinsichtungsaktionen.

Der folgende Bericht ist recht knapp verfasst und ohne Bildmaterial. Seit 2 Tagen gibt es hier im Dorf keinen Strom und wenn, nur für wenige Minuten. Der folgende Bericht wartet also auf der Festplatte, bis es endlich mal für eine halbe Stunde Strom gibt und damit auch mit Glück eine Internetverbindung hergestellt werden kann. Da diese hier gähnend langsam ist, wenn sie mal zu stande kommt, werden die Bilder dann später in Pokhara hochgeladen. Auf jeden Fall funktioniert hier im Moment gerade weder Strom noch jegliche Telefonverbindung. Aber das ist hier kein größeres Dilemma, eher Alltag mit dem man sich gelernt hat zu arrangieren.

Montags Abend mit etwas Verspätung in Kathmandu gelandet und die übliche Warteprozedur beim Einreise und Visumschalter absolviert. Dann glücklicherweise alle Gepäckstücke angekommen. Am Flughafen dann die üblichen Taxi- und Hotelkeiler abgewimmelt und wie durch wundersame Fügung genau den richtigen Helfer gefunden. Raaj brachte uns mit seinem Taxifahrer in eine bescheidene aber saubere und recht billige Unterkunft und holte uns dann am nächsten Morgen ab: Aircargo Marathon um die Bootsausrüstung auszulösen. Ohne Raaj seine Hilfe, hätte dieser bestimmt weit mehr als die vier Stunden gedauert. Erst zum Aircargogebäude, dort dann zum Flughafen geschickt ein Dokument abzuholen, dass wir berechtig sind, am Aircargogebäude Gepäck auszulösen. Für dieses Formular waren dann 3 Bestätigungen erforderlich?!? Dann sollten wir zum Büro von Etihad, um dort ein Formular zu holen. Das Etihadbüro war aber geschlossen! Seltsamerweise wurden die Etihaddokumente im Lufthansabüro ausgestellt. Seltsam deswegen, weil Lufthansa Nepal ja gar nicht mehr anfliegt. Mit diesem Formular hatten wir dann noch einige andere auszufüllen und abzustempeln und natürlich für fast jedes eine Gebühr zu entrichten. Um es abzukürzen: Nach vier Stunden durften wir das Bootsgepäck vom Zoll inspizieren lassen und endlich auslösen.

Der Rest vom Tag wurden noch dringende Besorgungen erledigt und die Fahrt in den Nationalpark arrangiert. Da wir ja mit guten 90 Kilo Gepäck unterwegs waren, suchten wir einen privaten Fahrer, der uns dann am Mittwoch um 05.30 bei der Unterkunft abholt. Ünktlich auf die Minute war er dann vor Ort und die erste Reaktion: Nein, das Gepäck passt nicht in mein Auto – Ich kann Euch nicht fahren. „Lass mich mal probieren zu packen und wenn ich’s reinbekomme, fahren wir! OK?“. Unser Nepali staunte dann nicht schlecht, mit welchem System ich sein Auto belud. Zur Sicherheit vergewisserte ich mich noch, dass er den Weg in den Bardianationalpark kannte, denn ich wunderte mich ein wenig, dass er mit seiner Strassenlimo uns dorthin fahren wollte. Bei der Reservierung dachte ich eigentlich, dass wir dür den vereinbarten Preis eine nepaltypische Klapperkiste mit Zufallsgeneratorbremsen bekommen würden. Bereits um sechs Uhr Morgens massiver Stau auf der Strasse über den Pass aus Kathmandu raus. Über den Pass alleine brauchten wir vier Stunden länger als normal.

Nach 18 Stunden und einer Reifenpanne waren wir dann an der Zugangsstrasse zum Nationalpark und hier kamen mir dann doch Zweifel, ob unser Fahrer schon mal im Nationalpark war. Denn der Zugangsweg ist zuerst eine holprige Schotterpiste die dann in einer Furt im Fluss – bei dem zu dieser Jahreszeit aber das Wasser an der richtigen Stelle grad mal knöcheltief ist. Ich gab unserem Fahrer noch den Tip, er solle den Polizisten am Checkpoint nach der richtigen Piste fragen, weil ich ja schon seit einigen Monaten nicht mehr hier war und in stockdunkler Nacht ich nicht sicher bin, ob ich die richtige Spur erwische. Verwunderung in seinem Gesicht, aber er fragte dann doch nach. Und dann fragte er mich immer wieder „way ok?“. Dann flackerte kurz Panik in seinem Gesicht auf, als der Schotterweg plötzlich sich in ein Spurengewirr oberhalb des Flussbetts verzweigte.

Keinen Meter fahre er mehr weiter! Hätte er nicht dringend Schlaf gebraucht und wären es nicht ein so langer Weg nach Kathmandu gewesen, wäre er zu 100% umgedreht. Ich machte ihm den Vorschlag, dass ich sein Auto durch die Furt fahren kann. Aber verständlicherweise war er um sein gutes Auto besorgt. Ich wies ihn dann an, einfach zu warten und dass ich zu Fuß die richtige Spur über den Fluss suchen würde. Diese war auch gleich gefunden und nur zweimal wäre es durch seichtes Wasser gegangen. Die Zweifel von unserem Fahrer waren dann aber doch zu groß und er wollte zurück zum Polizeichekcpoint, fix der Überzeugung, es müsse doch eine richtige Strasse in den Nationalpark geben. Mittlerweile konnten wir auch Hukum im Junglebasecamp erreichen, der sich mit seinem Motorrad auf den Weg machte uns entgegenzukommen und ab der Furt zu lotsen.

Der Polizist am Chekcpoint grinste ein wenig, als wir wieder bei ihm auftauchten. Als er unserem Fahrer klar machte, dass dies wirklich der einzige Weg war, war der Frust in seinem Gesicht trotz Dunkelheit nicht zu übersehen. Ich wollte ihm etwas Mut machen und meinte zu ihm „Schau mal, die Strassen in Kathmandu sind mit den ganzen Schlaglöchern doch viel holpriger als diese Schotterpiste und vor dem bißchen Wasser brauchst dich nicht zu fürchten. Im Monsun stehen die Strassen in Kathmandu viel tiefer unter Wasser, als diese paar Zentimeter hier in der Furt!“

Wieder zurück am Fluss marschierte ich vor seinem Auto mit der Stirnlampe durchs Wasser und deutete auf meine Schuhe, die grad mal bis zu den Knöcheln mit Wasser bedeckt waren. Er murmelte irgendetwas zu Rike, das sie aber nicht verstand und dann Erlösung: Wir waren wirder auf der Schotterstrasse auf der anderen Seite vom Fluss. Noch 12-14 Km bis ins Camp und bereits nach ein paar Kilomtern kam uns Hukum mit seiner Frau Laxmi auf dem Motorrad entgegen.

Freudige Ankunft im Camp und gleich Geburtstagsglückwünsche für Rike und dann Tiefschlaf. Seit Sonntag waren wir auf dem Weg und jetzt endlich angekommen.

Wir bedankten uns bei unserem Fahrer. Nicht nur, weil er pünktlich war, sondern auch, weil er sehr umsichtig und verantwortungsvoll gefahren ist. Dass er an der Furt etwas erschrocken ist, ist verständlich. Normalerweise fährt er ja in der Stadt und deren Umgebung und rechnete nicht mit einer minioffroadfahrt zum Finale. Dass er uns nicht sagen wollte, dass er zuvor noch nie im Bardianationalpark war, ist auch zu verstehen, denn er rechnete wohl damit, dass wir dann einen anderen Fahrer gebucht hätten. Bereits um 7 Uhr in der Früh machte er sich auf den Weg zurück nach Kathmandu. Mit Glück hat er vielleicht noch Passagiere auf diesem Weg zurück gefunden und konnte damit noch etwas zusätzlich verdienen.

Die folgenden beiden Tage wurden erstmal genutzt um etwas zu regenierieren, Hukum den Aufbau der Bootsausrüstung zu zeigen, mit ihm die Erfahrungen der letzten Monate zu teilen und die Fahrten zum Karnali zu besprechen.

Heute werden wir noch daran arbeiten, wie er das Programm in Nationalpark noch besser promoten kann und ihm Unterricht in der Computerbenutzung zu geben. Gestern war auch noch Reperaturtag an seinem Motorrad angesagt. Wenn es heute seinen Dienst nicht versagt, wird es morgen oder spätestens Übermorgen an den Karnali gehen. Hukum freut sich riesig üer die Bootsausrücstung und die mitgebrachte Fotoausrüstung, damit er auch die Gelegenheit hat, seine Sichtungen sowohl von den Delfinen wie auch den Tigern in Zukunft auf Bildern festzuhalten. Auch er ist fest davon überzeugt, dass einzig und alleine ein sanftes Dolphinwathing den Tieren ein Überleben sichern kann.

Wichtig noch, dass wir heute oder morgen Strom bekommen, damit die Akkus der Kameras geladen werden können. Falls nicht, gibt es genügend andere Arbeiten noch zu erledigen. Jetzt reicht der Akku des Laptops nur noch einige Minuten, als speichern und auf Strom warten.

Beim nächsten Bericht kann ich dann hoffentlich schon von den ersten Delfinsichtungen berichten.

Add-on vom Sonntag:

Ab heute sind wir von der Aussenwelt auch transporttechnisch abgeschnitten. Es herrscht wieder Streik in Nepal. Zumindestens hier in Westnepal. Vom Osten haben wir keine Nachrichten. Streik in Nepal hat eine etwas andere Bedeutung als zu Hause in Europe. Hier würde eher das Wort „Strassenblockade“ zutreffen. Kein motorisiertes Fahrzeug darf die Strassen passieren. Wer es dennoch wagt, riskiert mitunter sein Leben. Vom Timing her hatten wir also Glück. Wir haben Bardia erreicht und unsere Fahrer ist auch wieder sicher zurück in Kathmandu. (Neueste Nachricht dazu: Ausnahmen seien lediglich Rettungsfahrzeuge und von Touristen besetzte Fahrzeuge – was unse wieder nicht viel nützt, weil wir mit den Nepali zusammmen arbeiten. Aber mehr als gerüchtewert haben die Nachrichten die wir hier bekommen nicht. Soeben hies es gerade, es sei in einigen Städten zu Ausschreitungen gekommen und nicht einmal Fahrräder seien auf den Verbindungsstrassen geduldet?!? – In ein paar Tagen werden wir dazu auf jeden Fall mehr wissen).

Strom ist wieder Stundenweise vorhanden, aber noch immer keine Telefonverbindung. Daher ist das update noch in der Warteschleife.

Mit Hukum wurde noch intensive Schulung betrieben und es folgen noch etliche Einheiten davon. Es macht auch Freude zu sehen, dass Hukum sehr dankbar um jede Hilfe ist. Und seine Arbeit hat dem Nationalpark in den letzten Jahren mit Garantie mehr gutes angetan, als die Arbeit des nicht gerade vorbildlichen Nationalparkmanagements. Morgen bei Anbruch des Tages geht es runter zum Fluss. Einzig der Rücktransport ins Jungle Base Camp bereitet noch Kopfzerbrechen. Wir schrauben an Hukums Motorrad, aber es hat seine Macken. Die Bootscrew vom Jeep abholen zu lassen, kommt zu teuer. Aber bis morgen wird das Problem gelöst sein. Maybe ;)

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Nepal Riverdolphin ExpeditionIII – Dez.2009/Jan.2010

Mittwoch 21. Oktober 2009 von admin

Ist whalewatching die letzte chance für Nepals Delfine?

Die Planungen und Vorbereitungen schreiten immer weiter fort. Zur Zeit laufen gerade Verhandlungen, wie die am Fluss benötigte Ausrüstung (Unter anderem eine voll ausgestattete Bootsausrüstung, welche für die weitere Verwendung durchausgewählte nepalesischen Guides des Nationalparks im Land verbleiben wird) günstiger nach Nepal transportieren können.

Dr. Werner Sandholzer, welcher 2002 zusammen mit Bernhard Bechter über den Landweg nach Nepal anreiste, wäre bei Landtransport wieder mit an Bord gewesen. Nach Abwägen musste für dieses Jahr die Anreise über den Landweg abgesagt werden. as Expeditionsfahrzeug bräuchte für diese Fahrt einen umfassenden Service, bei dem zahltreiche Komponenten erneuert werden müssten. Aus Sparmassnahmen wird daher dieses mal die Anreise per Flug gewählt und nur die notwendigste Ausrüstung mitgenommen und die Landanreise bis zur nächsten Expedition verschoben. Dies hat aber auch den Vorteil, dass bis dahin zahlreiche Sachspenden gesammelt werden können und dann mitgenommen werden können.

Die Expedition wird im Dezember 2009 und Jänner 2010 stattfinden.

Folgender Marschplan ist für aProjekt festgelegt:

  • Anreise zum Karnali
  • Erste Delfinzählungen mit Hilfe der Tharus (lokale Bevölkerung)
  • Ausbildung ausgewählter Einheimischer Nationalparkguides im Umgang mit Boot & Nationalpark-Touristen (Grundlegende Handhabung eines Bootes, Materialkunde, Sicherheit, Bergetechniken, Verhalten in besonderen Fällen, Iformationstransfer zu den Gästen,…)
  • Aufklärungstour durch die flussangrenzenden Dörfer mit fogelnden Zielen:
  1. Erkennen des Wertes des vorhanden sein der Delfine
  2. Wie kann die Bevölkerung durch die Delfine profitieren
  3. Was sind die Probleme der Delfine (Überfischung, Giftfischen,…)
  4. Warum ist der Karnali in den letzten Jahren so fischarm geworden
  5. Problematik Überfischung
  6. Wie können die Fischer dafür sorgen, dass der Karnali wieder fischreich wird und ergiebige Erträge erwirtschaften (Schonzeiten auch ohne Gesetze umsetzen)
  7. Zum Informationsaustausch zwischen den Dörfern und den Nationalparkguides anregen
  • Bildmaterial für die Nationalpark Guides erstellen, welches von diesen für Ihre Arbeit verwendet werden kann.
  • weitere Erkundungsfahrten auf dem Karnali
  • Workshop Ausarbeitung eines Touren-Komplettpaketes für ein ausgewogenes Programm für den Nationalpark und die Region.
  • Überlassung einer Bootsausrüstung für die ausgewählten Guides
  • Herstellen von Kontakten zu Tourismusanbietern in Pokhara und Kathmandu (Damit von dort Touristen & Dolphinwatcher in den Bardia Nationalpark kommen)

Arbeitsgebiet des Projektes am Karnali/Nepal: aus GoogleMaps:

Dazu kommen natürlich noch weiter Thematiken, die über das Thema ‘Rettung der Delfine und Nitzen für die Bevölkerung’ hinausgehen.

Vor der Abreise wird Bernhard Bechter noch einige Tage in Pokhara verbleiben und arbeiten.

Die Tourberichterstattung erfolgt ab Dezember 2009.

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Hallo Welt!

Donnerstag 7. Mai 2009 von admin

Willkommen beim neu aufgesetzten Tourbook.  Allerdings sind noch einige Nachtschichten erforderlich, bis die Inhalte wieder hergestellt sind und die Verlinkungen wieder alle funktionieren.

Daher diesmal ein richtiges indoor-posting.

Im Juni folgen dann die Postings zur IWC Konferenz.

Mit freundlichen Grüssen,

Bernhard Bechter

Projektleiter

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Echo in Nepal

Freitag 27. März 2009 von admin

In den letzten Tagen wurden zahlreiche gespraeche mnepali gefuehrt, die alle ein sehr gutes Echo hatten. Dem Vorschlag das Karnaligebiet verstaerkt als Besuchergebiet zu promoten und den Nationalpark staerken gefaellt vor allem den Touranbietern.

Ebenfalls das Anliegen, dass am Karnali dringend eine strikte Regelung des Fischfangs und die Einfuehrung einer Schonzeit dringend erforderlich ist. Auch im Interesse der lokalen Bevoelkerung. Nur dies Umzusetzen bedarf eines Mammutaktes.

Fuer die naechsten beiden Tage sind noch Gespraeche geplant, die die Verbindung von guten Anbietern mit 2 Guides in Bardia herstellen, die die Situation vor Ort am besten kennen.

Sanfter Tourismus verspricht die hoechste Erfolgsquote am Karnali den Schutz der wenigen Delfine zu sichern.

Die Tourbookupdates sind etwas muehsam zu bewerkstelligen, weil die Internetverbindung immer wieder abreisst und auch der Strom oefters ausfaellt.

In der freien Zeit wurde heute wieder 2 1/2 Stunden eine Trainingsrunde mit den Kids der Pokhara Packing Crew gemacht, also Jugend- und Motivationsarbeit ein bischen ausserhalb vom Karnalithema, aber bestimmt genauso wertvoll.

Samstag werden die Packsaecke gepackt und die Heimreise in 2 Etappen angetreten.

Namaste, BB.

PS: Das Update konnte gestern trotz mehrer Versuche nicht auf die Homepage gestellt werden. Fuer das Konvertieren der Bilder waren mehrere Versuche erforderlich, aber heute scheint die Verbindung stabil zu sein.

Die anschliessenden Bilder sind aus dem Terrai am Karnali und zeigen sehr eindruecklich, wie schuetzenswert diese Region ist und vermitteln auch einen Eindruck, wie die Menschen in dieser Region leben.

Auswahl Karnalibilder Teil 2:

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Karnali – Der erste Kurzbericht

Dienstag 24. März 2009 von bb

Nach der Rueckkehr vom Karnali folgt erst mal nur ein ganz kurzer Bericht. Die Ruettel- An-& Abreise war etwas anstrengend in dem Bus und hab dabei keinen Schlaf erwischt (16 Stunden Anreise und 15 Stunden Abreise) Vor dem Abreisetag war noch eine 24 Stundenschicht der Dolphinwatch am Flusslauf angesagt. Und jetzt ist ein bischen Erholungsbedarf vorhanden und noch kein konzentriertes Schreiben moeglich.

Vom Karnali gibt es erfreuliches, wie auch weniger erfreuliches zu berichten. Aber zumindestens haben 5-6 Tiere, darunter ein Jungtier, die letzten Jahre ueberlebt. Das ist die Haelfte von dem Bestand, den die Recherche 2002 ergeben hat.

Groesstes Problem: Totale Ueberfischung des Flusses und Fischwilderei selbst im Nationalparkbereich. Geschaetzt gegenuber 2002 sind auf den beobachteten Abschnitten gut 3 mal soviele Fischer auf dem Fluss, machen aber kaum noch Faenge. Schonzeit Fehlanzeige. Fuer die Delfine ein grosses Problem, wenn der Fischbestand so niedrig ist. An dem Spot an dem 2002 mehrmals taeglich Delfine beobachtet werden konnten, gab es bei der 24 Stunden Beobachtungsschicht nur eine Sichtung.

Sehr positiv: Die Army die den Nationalpark bewacht hat den richtigen Kommandanten eingesetzt, dem der Nationalpark und die Tiere zum persoenlichen Anliegen geworden sind. Leider sind die Einsatzmoeglichkeiten sehr eingeschraenkt.

Das Nationalparkmanagement scheint jetzt etwas motivierter als 2002 zu sein, aber noch weit davon entfernt, richtiges Engagement an den Tag zu legen.

Das Wiedersehen mit Hukum und seiner Familie nach 7 Jahren war grossartig. Hukum arbeitet 2002 sehr hart fuer das Projekt, teils unter grosser Gefahr, denn damal waren die kriegerischen Auseinandersetzungen in Westnepal heftig und ab Sonnenuntergang galt strengstes Ausgangsverbot.

Den Menschen vor Ort ist die Erleichterung uber die nun seit einem eingetretene friedliche Verbesserung anzumerken.

Eine grosse Aenderung in der Region vom Nationalpark: Mit viel Muehe und Arbeit ist es Leuten wie Hukum gelungen die Familien zu ueberzeugen, dass es wichtig ist, dass ihre Kinder zur Schule gehen. 2002 waren die meisten Familien davon ueberzeugt, dass ein Kind auf dem Feld zu arbeiten hat und sahen keinen Sinn darin, die Kinder zur Schule zu schicken. Dies hat sich gluecklicherweise komplett geaendert und die Kinder sind sichtlich stolz darauf, in die Schule zu gehen und noch stolzer, wenn sie fuer ihre Eltern den Uebersetzer spielen duerfen. Gleichwohls waren dann die Eltern wieder stolz, wenn man sie lobte, wie gut ihre Kinder schon Englisch sprechen und wie wichtig das in ihrer Zukunft ist.

In der Schule mussten die Kinder im Schulhof  dann noch alle moeglichen Kunststuecke vorzeigen. Am meisten gewundert haben sie sich aber, wenn sie hoerten, dass jemand nur wegen der Susu-Delfine in ihren Ort kommt. “So weit nur um diese Delfine zu sehen?”. Es ist sehr wichtig, den Kindern verstaendlich zu machen, was in ihrer Heimat so besonders ist. Bis jetzt haben sie zwar schon gehoert, dass es diese Delfine gibt und ein paar haben sie auch schon gesehen. Aber dass es nur noch sehr wenige davon gibt und warum es so wichtig ist sie zu schuetzen, darueber – haben ausser den Kindern von den Dschungelguides – sie sich natuerlich kein Kopfzerbrechen gemacht. Das Problem der Ueberfischung und der Notwendigkeit der Ueberfischung haben die Kinder in keinen 5 Minuten verstanden. Im Gegensatz zu den Fischern, die bei diesem Gespraech sehr missgelaunt wurden.

Die Gespraeche mit den Guides waren sehr fruchtbar und wir arbeiten bereits an einem Notfallplan fuer die Region. Auch der Besuch beim Kommandanten der Army war sehr motivierend, denn wie schon geschrieben, diesem ist das Wohlergehen des Nationalparks ein persoenliches Anliegen geworden.

Es waeren noch drei Monate Arbeit angefallen, aber diese erste Mission nach 2002 hat ihren Zweck erfuellt und die aktuelle Lage laesst sich jetzt sehr gut einschaetzen. Aber eines steht schon jetzt fest: Viel Arbeit wartet jetzt darauf getan zu werden. Aber dies faellt leicht, wenn man Hoffnung am Horizonnt sieht.

Nochmal ein grosses Danke an Hukum und seine Familie und Hukum ist auch ein ganz besonderes Erlebnis zu verdanken: Den ersten Tiger den ich in freier Wildbahn erleben durfte. Aber was mir noch immer ein Raetsel ist: Woher haben diese Jungs den Mut, als einzigen Schutz vor einer eventuellen Tigerkonfrontation nur einen Babusstock bei sich zu tragen. Das alleine zeigt, wie sehr sie sich im Dschungel zurechtfinden und wie sehr sie das Verhalten der Tiere einschaetzen koennen.

Die Nationalparkverwaltung taete gut, mehr auf diese Guides zu hoeren. Buerosessel und langjaehrige Dschungelerfahrung sind eben zwei verschiedene paar Schuhe!

Im Anschluss noch ein paar Bilder von der Karnalietappe:

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